Ein Besuch im Quarantänezentrum für Kinder (OICC)

Ein Besuch im Quarantänezentrum für Kinder (OICC)

2) IOCC (3) klein

Kinderfotos dürfen aus Schutzgründen nicht gemacht werden. Der Blick von außen

Kinder müssen in Sierra Leone schon in jungen Jahren Verantwortung übernehmen: Wasser vom Brunnen holen, auf kleine Geschwister aufpassen, kochen, Wäsche waschen und vieles mehr. Viel Zeit zum Spielen und Kind sein bleibt da oft nicht. Ich habe hier schon einige Beispiele von Lebensumständen gesehen, in denen Kinder nicht leben und aufwachsen sollten. In der letzten Woche habe ich jedoch ein sehr positives Beispiel gesehen – in Quarantänezentrum für Kinder.

Ich war dort, um das Zentrum mit Kleidung, Nahrungsmittel und Medizin für 24 Kinder zu beliefern, die ich von einem Teil eurer Spenden gekauft habe. So traurig die Umstände auch sind, dass Kinder hierhin gebracht werden – für Kinder ist es der wahrscheinlich beste Ort, an dem sie zur Zeit sein können. In dem Zentrum sind ausschließlich Minderjährige, deren Eltern an Ebola erkrankt oder sogar gestorben sind und die außerhalb ihres Zuhauses drei Wochen auf eine mögliche Infektion beobachtet werden. Gepflegt und versorgt werden sie von Ebola-Überlebenden, die immun gegen die Krankheit sind und gefahrlos Körperkontakt mit den Kindern haben können. Weil es auch Säuglinge und Kleinkinder gibt, gibt es zum Teil eine Eins-zu-eins-Betreuung; insgesamt ist die Betreuung sehr intensiv.

2) IOCC klein

Essen, Kleidung und Medizin

Jede Woche entsteht eine neue Gruppe, in der die Kinder ihre gesamte Quarantänezeit verbringen. Wenn ein Kind jedoch symptomatisch wird, beginnt die ganze Gruppe ihre Qurantänezeit noch einmal von vorne. Über Zäune können sich die Kinder der verschiedenen Gruppen sehen, sich aber nicht berühren. Für Besucher gibt es grün abgesperrte Zonen, die Kinder bleiben immer in der roten Zone und sie halten sich sehr diszipliniert daran. Selten treten nach dem 14. Tag noch Infektionen auf, deshalb haben die Kinder der dritten Gruppe die meisten Freiheiten. Sie dürfen auf den Hof und den Spielplatz benutzen.

Ich habe spielende, lachende und zufriedene Kinder gesehen, friedlich ist für mich der passendste Begriff, um die Atmosphäre im OICC zu beschreiben. Ein 12-jähriger Junge, der seine Eltern verloren hat und der nicht weiß, was ihn zu Hause erwarten wird, will das Quarantänezentrum gar nicht mehr verlassen. Doch auch über die Zeit im OICC wird er begleitet werden, zwei Sozialarbeiter besuchen die Kinder regelmäßig in ihrem neuen oder alten Zuhause.

Dreimal war ich schon zu Besuch im OICC, die Leiterin des Zentrums hat meinen Kollegen und mich eingeladen, doch immer mal wieder vorbeizukommen. Das werde ich tun.

Hanna Lütke Lanfer
Hanna Lütke Lanfer
Freie Journalistin, Übersetzerin und Werbetexterin, Projektgründerin, plant und begleitet alle Projekte, ehrenamtliche Mitarbeiterin
Recent Posts

Leave a Comment

Contact Us

We're not around right now. But you can send us an email and we'll get back to you, asap.

Not readable? Change text. captcha txt

Start typing and press Enter to search

log2log3